Langenfelder Grüngürtel wird weiter schrumpfen

Seit 2012 dauern nun die Diskussionen und Arbeiten an dem neuen Regionalplan für den Regierungsbezirk Düsseldorf. Die Stadt Langenfeld hatte früh mit den Stimmen von CDU und FDP auch ein neues Baugebiet nördlich der Knipprather Straße im Bereich des Gartencenters gefordert. Die ersten Entwürfe der Bezirksregierung gingen auf diese Forderung aus Gründen des Grundwasserschutzes (Wasserschutzzone IIIa) nicht ein. Im aktuellen 3. Entwurf ist jetzt der federführende Regionalrat auf die Langenfelder Forderung eingegangen und hat ein Gewerbegebiet in der Größe von 16 Hektar an dieser Stelle eingeplant. Am 14. September hat der Planungsausschuss in Langenfeld diesen Entwurf mit den Stimmen der CDU befürwortet.
Dazu erklären die GRÜNEN im Kreistag Mettmann und im Langenfelder Rat:

Der Beschluss hat noch nicht einmal ein Jahr gehalten: In der Kreistagssitzung im Oktober 2016 hatte sich eine Mehrheit von SPD, GRÜNEN und LINKE für einen von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) eingebrachten Antrag ausgesprochen, dass der Kreistag den drohenden, großflächigen Wegfall von Garten- und Ackerflächen nördlich der Knipprather Straße im Bereich des bestehenden Gartencenters und der Stadtgrenze zu Monheim bemängelt und die Bezirksregierung bittet, den Grünzug in seinem aktuellen Zustand zu belassen.

“Damals hatten sich die anwesenden 30 Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion zu unserem Erstaunen der Stimme enthalten und so die Mehrheit für diesen wohl einzigartigen Kreistagsbeschluss ermöglicht. Denn gewöhnlich stimmt die CDU Bebauungsplänen zu. Wie wir heute vermuten können, war diese Enthaltung wohl mit Rücksicht auf ihren Juniorpartner UWG entstanden. Denn in der Sitzung des Regionalrates vor den Sommerferien diesen Jahres hat die dortige CDU-Fraktion gemeinsam mit FDP und Freien Wählern den Beschluss des Kreistages gekippt. Damit rückt die von uns bekämpfte Bebauung der weitläufigen Freifläche jetzt näher, die einschließlich des bestehenden Gartencenters insgesamt 16 Hektar umfasst”, schätzt Bernhard Ibold, Langenfelder Kreistagsabgeordneter und Sprecher der GRÜNEN Kreistagsfraktion, die neue Entwicklung ein und vergleicht: “16 Hektar entspricht der Fläche von 22,5 Fußballfeldern – und das mitten im doch von allen Parteien unserer Stadt angeblich so geschätzten Grüngürtel.”

Das sehen auch die GRÜNEN im Langenfelder Stadtrat so, die schon seit vielen Jahren die wachsende Bebauung der Freiflächen anprangern. Dazu Fraktionsvorsitzender Günter Herweg: ”Unser Stadtgebiet ist nach aktuellen Zahlen Ende Mai 2017 mit 51,5 % und damit längst zu mehr als der Hälfte von Siedlungs- und Verkehrsflächen bebaut. Der Durchschnitt vergleichbarer mittelgroßer Städte liegt lediglich bei 31,6 %. Und dabei sind weitere Bebauungsvorhaben wie die an der Knipprather Straße, in Reusrath oder im Richrather Norden noch nicht mit gerechnet. Die aktuelle Entwicklung an der Knipprather Straße zeigt wieder einmal, wie ernst die CDU im Stadtrat ihr eigenes Wahlprogramm nimmt, in dem sie vorgibt, den Langenfelder Grüngürtel in der bestehenden Form erhalten zu wollen. Angeblich nicht zuletzt aus Gründen des Trinkwasserschutzes. Wenn sie nun ausgerechnet in einer Grundwasserschutzzone, nicht weit entfernt von den Brunnen des Verbandswasserwerks, ein Gewerbegebiet befürwortet, ist das ein Vorgehen, für das sie der Öffentlichkeit bisher eine Erklärung schuldig geblieben ist. Es ist zu befürchten, dass dies der Einstieg in die Bebauung der kompletten Freifläche längs der Bahnlinie zwischen Knipprather Straße und der Ortslage Berghausen sein wird.”

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