Beteiligung Jugendlicher an der Politik fördern

Zwei Jahre nach der letzten Kommunalwahl 2014 ist das Thema einer besseren Berücksichtigung jugendlicher Interessen im städtischen Leben, z. B. über die Einrichtung eines Jugendparlaments völlig aus dem Blick der Öffentlichkeit, der Stadtverwaltung und der meisten politischen Parteien verschwunden. Bürgermeister und CDU-Fraktion, die nie Freunde eines Jugendparlamentes waren, hatten im Vorfeld der Kommunalwahl einen wie auch immer gearteten, mit Jugendlichen besetzten „Beirat“ ins Spiel gebracht. Aber auch dieses Vorhaben ist nach der Wahl sanft entschlafen.

Dabei zeigten gerade die Veranstaltungen im Wahlkampf, wie sehr Jugendliche ihre Interessen in Langenfeld nicht ausreichend berücksichtigt sehen. In einem Alter, in dem man in seiner Freizeit dem Aufenthalt auf Spielplätzen entwachsen ist, aber Kneipenbesuche aufgrund des Alters und/oder des Taschengeldbudgets nicht in Frage kommen, ist etwa das Fehlen jugendgerechter Treffpunkte ein immer wieder genannter Kritikpunkt. Zwar können Jugendliche ab 16 den Stadtrat mit wählen, aber ihre Ideen, Anliegen und Vorschläge direkt einbringen können sie wegen des Mindestalters von 18 Jahren beim passiven Wahlrecht nicht.

Deshalb fordern die Langenfelder GRÜNEN seit langem die Einrichtung eines Jugendparlaments in Langenfeld, wie es in Nachbarstädten wie Hilden oder Monheim gang und gäbe ist. Hier haben die Jugendlichen, etwa zwischen 13 und 17 Jahren, einen Ort, ihre Anliegen miteinander zu diskutieren, zu formulieren und an die Ausschüsse oder den Rat zu richten.

Dabei dient das Jugendparlament nicht allein dem Zweck, dass sich Jugendliche mit ihren Interessen besser artikulieren und durchsetzen können. Vielmehr vermittelt es engagierten jungen Menschen auch die Werte und Erfahrungen, die unsere Demokratie ausmachen und auf deren Stärkung es gerade in diesen Zeiten besonders ankommt, in denen Populisten und Vereinfacher durch die Lande ziehen, um mit bauernfängerischen Scheinargumenten ihr eigenes Süppchen zu kochen. Persönliches Engagement, Diskussion und Auseinandersetzung mit, aber auch Respekt vor abweichenden Meinungen und das Werben um Mehrheiten lassen sich hier ganz praktisch erleben.