Bezirksregierung zeigt Hotel- und Ferienhausbau in Berghausen die Rote Karte

Vor knapp zwei Jahren beschloss der Rat der Stadt Langenfeld mit den Stimmen von CDU, SPD, BGL und FDP, auf Antrag der Betreiber von Sportzentrum und Wasserskianlage, in Berghausen einen neuen Bebauungsplan für eine erweiterte Nutzung dieses Freizeitbereichs aufzustellen, verbunden mit einer dazu notwendigen Änderung des Flächennutzungsplans. Die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN war – mal wieder – die einzige “Spielverderberin”, die diese Pläne wegen des damit verbundenen massiven Eingriffs in den Freiraum und des zusätzlichen Verkehrsaufkommens ablehnte.
Die geplanten neuen Nutzungsmöglichkeiten, von den zustimmenden Fraktionen geradezu als Meilenstein im Langenfelder Freizeitangebot bejubelt, umfassen dabei folgendes:

  • die Errichtung eines vierstöckigen Hotelneubaus mit 140 Zimmern auf dem jetzigen Parkplatz des Sportzentrums
  • den Bau von 36 Ferienhäusern vis-a-vis der Wasserskianlage
  • die Erweiterung des vorhandenen Campingplatzes um ca. 50 Prozent
  • den Bau von ca. 15 Stelzenhäusern an den Uferflächen der Seen
  • Weitere fünf Zeltplätze, verteilt über Randbereiche der Seen
  • Hausboot-Liegestellen
  • Weitere Grillplätze/Grillhütten, teilweise auf Pontons im Uferbereich
  • Ein neues “Event”-Gebäude an einer zusätzlichen Bahn 5 (westlicher See)
  • Die Erweiterung des Sportzentrums um einen Outdoor- sowie Indoor-Bereich im Süden und Norden

Diese Auflistung der geplanten Erweiterungsmaßnahmen macht nicht nur die Eingriffe in die Landschaft deutlich (Ferienhäuser und Campingplatz), sondern auch, welche enorme, zusätzliche Verkehrs- und Lärmbelastung auf Berghausen zukommt, falls dies alles jemals Realität wird. Oder glaubt man wirklich, die Gäste von Hotel, Hausbooten, Zelt- und Campingplätzen sowie den Ferien- und Stelzenhäusern würden sich nach dem Besuch der Wasserskianlage ausschließlich still auf ihren Zimmern aufhalten und, ebenso wie die Besucher der Grillplätze und des Eventgebäudes, Musik und Gespräche in Zimmerlautstärke genießen?

Bereits jetzt empfinden viele Anwohner in Alt-Berghausen den zunehmenden Verkehr auf der Baumberger Straße als Belästigung für ihr unmittelbares Lebensumfeld. Durch An- und Abfahrten der Übernachtungsgäste und durch Einkaufsaktivitäten und Gaststättenbesuche Richtung Innenstadt wird sich der Verkehrsfluss nochmal deutlich erhöhen.

Dem allen hat die Bezirksregierung jetzt erst einmal einen Riegel vorgeschoben. Nach dem Urteil der dortigen Fachleute entsprechen die gewünschten Änderungen nicht dem übergeordneten Regionalplan für den Regierungsbezirk Düsseldorf. Dieser legt hier einen Regionalen Grünzug mit einer Freiraumfunktion fest. Auch der direkte Kontakt von Bürgermeister Schneider zum Landesminister Pinkwart half hier nicht weiter.

Allerdings weiß jeder, dass Rote Karten im Fußball nicht mit einer lebenslangen Sperre verbunden sind. Sie führen zum sofortigen Platzverweis und einer Sperre. Ist die abgelaufen, gehen die Spiele für den so Gesperrten irgendwann weiter. Ähnlich auch hier: Da der aktuelle Regionalplan die Langenfelder Planungen nicht zulässt, ist am 23. Januar im Planungsausschuss ein Antrag an den CDU-/FDP-dominierten Regionalrat beschlossen worden, den Regionalplan im Sinne der Langenfelder Allparteien-Mehrheit zu ändern! Was nicht passt – wird passend gemacht! Also vielleicht doch nur ein Aufschub?

Verwandte Artikel